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In der Druckgraphik der Zeit von 1560 bis 1620 findet die
Vorstellung einer im Kreislauf geordneten Welt voller
Wechselwirkungen einen Höhepunkt: Die Folgen und Zyklen entsprachen den Zahlenverhältnissen, die
der Ordnung der Welt zugrunde lagen: Dieses aus der Antike überlieferte Weltbild bestimmte auch um 1600 noch die Vorstellungen von der Ordnung der Welt, wobei die druckgraphischen Serien selbst als Instrumente der Ordnung und Vermittlung von Wissen dienten. Zugleich nahmen die Allegorien in vielfältiger Weise Beobachtungen der alltäglichen Lebenswirklichkeit und des menschlichen Verhaltens auf. Der Kreislauf des menschlichen Daseins - von Reichtum über Hochmut und Krieg zu Armut und Frieden, der wieder Reichtum bringt - wird auch zum kritischen Bild der Gesellschaft. Meist von niederländischen Verlegern für den europäischen
Markt produziert, zeigen die Serien künstlerischen
Erfindungsreichtum und Technik des Kupferstichs auf hohem Niveau. Bei
den Hauptmeistern des Manierismus, Frans Floris, Hendrick
Goltzius und Jacques de Gheyn, steht dabei das Konzept der
bewegten Figur im Zentrum der Bildkompositionen. Die Kombination von Text und Bild bietet eine weitere Verständnisebene. Für Ausstellung und Katalog wurden die von humanistischen Gelehrten verfaßten lateinischen Bildunterschriften komplett übersetzt. Die Ausstellung zeigt Graphikserien aus dem Bestand der Graphischen Sammlung. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekt "EDV und Kunstwissenschaft" am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum. |