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  Kunstgeschichtliches Institut Bochum


Biographien

Josef Albers

Josef Albers, geb. 1888 in Bottrop (Westfalen). Albers besuchte 1902-1905 das Lehrerseminar im westfälischen Büren und arbeitete von 1908-1913 als Volksschullehrer. Von 1919-20 war er Schüler in der Klasse von Franz Stuck an der Kunstakademie München. 1920-1923 war Albers Schüler am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Nach der Übersiedlung des Bauhauses nach Dessau im Jahre 1925 wird Albers Bauhausmeister. Nach Schließung des Bauhauses, das mittlerweile aus politischen Gründen nach Berlin verlegt werden mußte, erhalten Anni und Josef Albers 1933 einen Ruf an das neugegründete Black Mountain College in North Carolina, USA. Albers hat im Laufe der Jahre zahlreiche Gastdozenturen inne, erhielt mehrere Ehrungen und Preise. Zahlreiche Ausstellungen in den USA und Europa dokumentierten sein Schaffen. Albers stirbt 1976.

Literatur (in Auswahl): Josef Albers: Trotz der Geraden. Bern 1961; Eugen Gomringer: Josef Albers. Das Werk des Malers und Bauhausmeisters als Beitrag zur visuellen Gestaltung im 20. Jahrhundert. Starnberg 1971; Jürgen Wissmann: Josef Albers. Recklinghausen 1971; Werner Spies: Albers. Stuttgart 1979; Josef Albers. Eine Retrospektive. Ausst.-Kat. Köln 1988

Antonio Calderara

Antonio Calderara, geb. 28. Oktober 1903 in Abbiategrasso (Lombardei). 1923-1924 Studium der Ingenieurswissenschaften am Polytechnikum in Mailand, daß er zugunsten der Malerei aufgibt. Lebt in Mailand und in Vaciago am Lago d'Orta, wo die meisten seiner Landschaftsbilder entstehen. 1934 erste Ausstellung in Mailand in der Galeria Bolaffi. 1948 und 1956 Teilnahme an der Biennale in Venedig. 1959 entsteht sein erstes nicht–figuratives Bild. Es gibt keine gebogene Linie mehr in seinen Arbeiten, nur noch Quadrate, rechte Winkel und Streifen. 1960 Begegnung mit Almir Mavignier, und die erste Ausstellungsbeteiligung in Deutschland im Studio F, Ulm. Seit 1960 zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich. U.a. 1960 in Zürich, in der von Max Bill organisierten Schau " 50 Jahre konkrete Kunst ". 1968 Ausstellung in der Kestner – Gesellschaft Hannover und auf der Dokumenta 4 in Kassel. Die wichtigsten künstlerischen Einflüsse auf das Werk Calderaras hatten die Bilder Piero della Francescas sowie die Künstler Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian und Josef Albers. Calderara stirbt 1978 in Vaciago am Lago d'Orta.

Literatur (in Auswahl): Antonio Calderara. Ausst.-Kat. Kestnergesellschaft Hannover. Hannover 1968; Bernhard Holeczek: Antonio Calderara. Ed. Kunstverein Freiburg. Freiburg 1976; Antonio Calderara 1903-1978. Herausgegeben von Friedrich W. Heckmanns. Köln 1981

Adolf Fleischmann

Adolf Fleischmann, geb. 1892 in Esslingen am Neckar. 1908-1913 studierte er in Stuttgart an der Königlichen Kunstgewerbeschule und an der Königlichen Kunstakademie; einer seiner Lehrer war Adolf Hoelzel, von dem er wahrscheinlich seinen Umgang mit Linien als Mittel der Formbegrenzung und Richtungsbestimmung übernahm. Hatte Fleischmann sich im ersten Weltkrieg noch als Freiwilliger gemeldet, so begannen im Jahr 1933 die Jahre seiner Emigration: Vorwiegend hielt er sich in Spanien und Frankreich auf, von 1940 bis 1945 ging er in Südfrankreich in den Untergrund und wurde sogar mehrmals interniert. Diese unsteten und gefährlichen Jahre veranlaßten einige Kunsthistoriker zu dem voreiligen Schluß, nur Fleischmanns Spätwerk, dessen Beginn im Jahr 1950 anzusetzen ist, sei für die Kunstgeschichte wichtig.

Den wenigen erhaltenen Werken aus den Jahren vor 1945 kann man entnehmen, daß Fleischmann von expressionistischen und kubistischen Strömungen beeinflußt war. Gegen Ende der 30er Jahre zeigt sich eine Tendenz zur Geometrie und Fleischmann malt erstmals jene charakteristischen L-Formen, die er später „équerres" nannte. 1949 weicht die geschwungene Linie endgültig der geometrischen Form. Ab 1950 entwickelt Fleischmann das in den folgenden Jahren seines Spätwerks oft variierte System, das aus Linien und Flächen als Bausteinen besteht. Gegen Ende der 50er Jahre entstehen die ersten 'Reliefpaintings', indem Fleischmann équerres aus Wellpappe zusammenfügte. Ab 1963 malte er die 'Metamorphosen', deren schwarze équerres blockhaft zusammengesetzt sind. Erst 1965 kehrte Fleischmann nach einem Schlaganfall endgültig von New York nach Deutschland zurück, wo er 1968 in Stuttgart starb.

Literatur (in Auswahl): Rolf Wedewer: Adolf R. Fleischmann. Stuttgart 1977; Adolf Fleischmann. Ausst.-Kat. Ulmer Museum. Ulm 1973; Adolf Fleischmann 1892-1968. Retrospektive. Saarland-Museum Saarbrücken. Saarbrücken 1987; Adolf Fleischmann. Retrospektive zum 100. Geburtstag. Ausst.-Kat. Galerie der Stadt Esslingen. Esslingen 1992

Günter Fruhtrunk

Günter Fruhtrunk, geb. 1923 in München. Fruhtrunk mußte sein Architekturstudium wegen seiner Einberufung zum Wehrdienst im Jahre 1942 abbrechen. Nach dem Kriegsende hat er der Architektur eine Absage erteilt und begann ein Malereistudium. 1952 arbeitete Fruhtrunk im Atelier von Fernand Léger und 1955 in dem von Hans Arp. Er siedelte mittlerweile nach Paris über. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und war zuletzt Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. Er starb 1982 in München.

Literatur (in Auswahl): Günther Fruhtrunk: Nicht Formelsprache sondern Verdichtung. Zit. nach: Günther Fruhtrunk. Ausst.-Kat. Kunstverein Braunschweig. Braunschweig 1983; Erläuterungen zur modernen Kunst. 60 Texte von Max Imdahl, seinen Freunden und Schülern. Düsseldorf 1990; Günther Fruhtrunk. Ausst.-Kat. Nationalgalerie Berlin, Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kunstgewerbe Münster. Berlin 1994

Gerhard von Graevenitz

Gerhard von Graevenitz, geb. 1934 in Schilde. Von Graevenitz studierte 1955/56 Volkswirtschaft an der Universität Frankfurt/Main und wechselte nur kurze Zeit später das Fach: Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ende der 50er Jahre wird er Herausgeber der Zeitschrift 'nota' und zu Beginn der 60er Jahre wird er Mitbegründer der 'nouvelle tendance'. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland fanden bereits seit den frühen 60er Jahren statt. Von Graevenitz, der seit 1970 er in Amsterdam lebte, starb 1983 durch einen Flugzeugabsturz in der Schweiz.

Literatur (in Auswahl): Gerhard von Graevenitz. Ausst.-Kat. Kunsthalle Kiel u.a. Kiel 1975; Gerhard von Graevenitz. Ausst.-Kat. Stedelijk Van Abbemuseum, Eindhoven. Eindhoven 1979; Städtisches Kunstmuseum Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Bd.II, S.460f; Bonn 1983; Kornelia von Berswordt-Wallrabe: Gerhard von Graevenitz. Eine Kunst jenseits des Bildes. Ostfildern 1994

Wolfgang Ludwig

Wolfgang Ludwig, geb. 1923 in Mielesdorf/Thüringen. Sein Studium absolvierte er von 1947-1950 an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Von 1950-1956 schloß Ludwig ein zweites Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin an. Dort trat er in die Klasse von Uhlmann und Camaro ein. 1955 erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Bis 1967 ist er für einen Berliner Architekten tätig - noch im selben Jahr wurde er Dozent an der Staatlichen Akademie für Graphik, Druck und Werbung. In den Zeitraum von 1963-1971 fallen zahlreiche Ausstellungen Ludwigs; eine der wichtigsten im Lebenswerk des Künstlers ist „The Responsive Eye", New York, Museum of Modern Art, 1965. 1971 wurde Wolfgang Ludwig an die Hochschule für bildende Künste in Berlin berufen. Ludwig lebt und arbeitet in Berlin.

Literatur (in Auswahl): Europäische Avantgarde. Ausst.-Kat. Galerie d. Frankfurt am Main 1963; The Responsive Eye. Ausst.-Kat. Museum of Modern Art, New York. New York 1965; Konstruktive Kunst: Elemente und Prinzipien. Ausst.-Kat. der Biennale 69 in Nürnberg. Nürnberg 1969; Karina Türr: Op Art. Stil, Ornament oder Experiment? Berlin 1986

Almir Mavignier

Almir da Silva Mavignier, geb. 1925 in Rio de Janeiro. Studierte ab 1945 Malerei bei Arpad Szenes; er malte 1949 sein erstes abstraktes Bild. Im Jahre 1951 erhielt er seine erste Ausstellung im Museo de Arte Moderna in Sao Paulo. Noch im selben Jahr kam er nach Europa. 1953-1958 lehrte er an der Hochschule für Gestaltung in Ulm, in der Abteilung visuelle Gestaltung. In dieser Zeit wurde er von Hochschulleiter Max Bill und Josef Albers geprägt. Der Maler und Grafiker wandte sich der konkreten Malerei und der Op Art zu. 1954 entstand das erste „Punkt-Bild" und ein Jahr darauf die „Rasterstruktur". Ab 1959 bezog er sein Atelier in Ulm und war als freier Gebrauchsgrafiker tätig. 1965 erhielt Mavignier seine Berufung als Professor für Malerei an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Sein Hamburger Atelier bestand seit 1968. In zahlreichen Ausstellungen, u.a. Museum of Modern Art, New York, 1967, wurde der Künstler geehrt. Mavignier lebt heute in Hamburg.

Literatur (in Auswahl): Rolf-Gunter Dienst: Deutsche Kunst: eine neue Generation. Köln 1970; Juliane Roh: Deutsche Kunst der 60er Jahre. München 1971; Karina Türr: Op Art. Stil, Ornament oder Experiment? München 1986