Piranesis radiertes Werk war einst im Königlichen Kupferstichkabinett Stuttgart in Foliobänden nahezu vollständig vorhanden, wobei einzelne Folgen noch auf den Besitz Herzog Carl Eugens zurückgehen. Durch Verluste während der Auslagerung der Sammlung im Zweiten Weltkrieg wurde es bedauerlicherweise auf etwas mehr als zwei Drittel des Gesamtoeuvres dezimiert, die gebundenen Folgen waren offenbar ein leicht abzutransportierendes Diebesgut; das Fehlen von Band zwei und drei der Antichità Romane, Piranesis archäologischem Hauptwerk, ist dabei besonders schmerzlich. Der heutige Bestand in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart umfaßt insgesamt 695 Radierungen Piranesis (660 von Giovanni Battista, 35 vom Sohn Francesco), zum Teil noch in gebundenem Zustand, zum Teil in Einzelblättern aus Folgen, die anläßlich einer Präsentation 1962 - der ersten und bisher einzigen Piranesi-Ausstellung des Museums - auseinandergenommen wurden. Was damals noch möglich war, verbietet heute der Respekt vor dem Kunstwerk und seiner Geschichte, so daß die gebundenen Publikationen des Buchkünstlers Piranesi auch weiterhin in diesem Zustand verbleiben werden. Die Auflagen sind zwar meist posthum, doch alle noch im 18. Jahrhundert entstanden, in der Regel unmittelbar nach dem Tod Piranesis von seinem Sohn Francesco mit dessen Ergänzungen herausgegeben. Ein besonderer Glücksfall für die Stuttgarter Sammlung ist die Erstausgabe der Prima Parte di Architetture von 1743, bei der zwar das letzte Blatt fehlt, was jedoch durch einen, offenbar einmaligen Vorzustand in bemerkenswerter Weise ausgeglichen wird.

   
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