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Carceri, Frontispiz (1. Zustand)
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Carceri, Frontispiz (2. Zustand)
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"Capricci della fortuna" nennt der Italiener die unberechenbaren Launen des Glücks. Kapriziös ist, wer durch Auftreten oder modisches Outfit die Grenzen der Konvention berührt oder auch überschreitet, freilich ohne die Konventionen grundsätzlich in Frage zu stellen. |
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Jacques Callot - Capricci
(1617)
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Capriccio als Begriff der Kunsttheorie bezeichnet den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß, die phantasievolle, spielerische Überschreitung der akademischen Normen, ohne die Norm außer Kraft zu setzen.
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Jacques Callot - Ponte Vecchio, Florenz
(1617)
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Druckgraphische Serien - allen voran die Radierungs-Folge von Jacques Callot - nehmen den Begriff in ihre Titel auf, spielen in Variationen die Möglichkeiten freier künstlerischer Erfindung durch: im Figuren- oder Tierstück, in Ornamententwürfen oder Architekturphantasien.
Giorgio Vasari bezeichnet 1568 perspektivische Architekturdarstellungen als "capricciose Fantasie".
Invenzioni capricciose, Piranesis Titelblatt für die Carceri, verknüpft das Capriccio, das eher auf niedere Bildgattungen zielt, mit dem kunsttheoretisch hoch angesetzten Zentralbegriff der invenzione, der Bilderfindung für die höchste Bildgattung, das Historienbild. Piranesi führt somit die höchste und die unterste Gattungsebene begrifflich zusammen.
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Johann Heinrich Schönfeld - Titel "Varie Teste"
(1656)
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"Künstler arbeiten di fantasia o di capriccio, wenn sie ohne Vorbild aus eigener Erfindungskraft schaffen" und nicht nach dem Vorbild der Natur.
(Baldinucci, 1681)
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