Forschungsschwerpunkt des Kunstgeschichtlichen Instituts

WORK MATTERS. Kunst und Arbeitskultur zwischen Differenz und Transfer

Im Fokus dieses aktuellen Forschungsschwerpunkts des Kunstgeschichtlichen Instituts stehen die Wechselverhältnisse von künstlerischer Produktion und außerkünstlerischer Arbeit. Obwohl ‚Arbeiten‘ in der Tradition der modernen westlichen Gesellschaften als Inbegriff menschlicher Tätigkeit verstanden wird, ist dieser Zusammenhang in der Kunstwissenschaft bisher wenig untersucht. Ausgehend von den gegenwärtigen Herausforderungen der Zukunft der Arbeit durch Globalisierung, Digitalisierung sowie Künstliche Intelligenz und angesichts der auf das Vorbild der sogenannten freien künstlerischen Arbeit zurückgeführten Flexibilisierung und Entgrenzung der Erwerbsarbeit sind folgende Problemfelder zu klären: Welche historischen und aktuellen Konzepte künstlerischen Produzierens sind maßgeblich? In welchem Verhältnis stehen sie zu außerkünstlerischen Produktionspraktiken? Wie wird und wurde dieses Verhältnis in der Praxis und Theorie der bildenden Künste ausgehandelt? Die Universität Bochum, gegründet mit dem reformerischen Ziel, den Strukturwandel im größten industriellen Ballungsgebiet Europas durch einen engen interdisziplinären Kontakt zu befördern, ist ein idealer Standort, um die Relationen von künstlerischer und außerkünstlerischer Arbeit kritisch zu befragen und in historischer sowie systematischer Hinsicht für die heutigen Herausforderungen produktiv zu machen. Der Schwerpunkt wird als Basis für eine größere Verbundforschung betrieben.
Ansprechpersonen: Cornelia Jöchner, Ulrich Rehm


Arbeitsformen/Arbeit formen

Ein Workshop des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum
23. Januar 2020
Teilnehmende: Andreas Degner, Jörn Etzoldt, Simon Grosse-Wilde, Cornelia Jöchner, Stephanie Marchal, Helmut Meier, Tim Neu, Yvonne Northemann, Ulrich Rehm, Sophie Ribbe, Kathrin Rottmann, Alexander Schwitanski, Friederike Sigler, Änne Söll, Annette Urban


Ankündigungen

Arbeitsgespräch "Wallfahrtsarchitektur als Erfahrungsraum", Kunstgeschichtliches Institut, Ruhr-Universität Bochum, 17.3. (Termin wurde coronabdingt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben)

GA 6/62

9:30-10:30h: PD Dr. Ulrich Fürst (LMU München): Bruderschaften - eine zu wenig beachtete Größe in der Wallfahrtsarchitektur des Barock in Süddeutschland

10:30-11:00h: Kaffeepause

11:00-12:00h: Stella Giorgou (M. A.) (RUB): Die Santa Casa di Loreto und ihre Repliken in Italien - Architekturkopien und
Architekturmodelle

12:00-13:00h: Mittagessen

13:00-14:00h: Dr. Yvonne Northemann (RUB): Die Gnadenkapelle auf dem Schönenberg – Narrative in Raum und Text

14:00-15:00h: Prof. Dr. Cornelia Jöchner (RUB): Gnadenbild und Sakrament. Räumliche Konstellationen in frühneuzeitlichen Wallfahrtskirchen

Diskutant: Prof. Dr. Thomas Söding, Katholische Theologie, Ruhr-Universität Bochum


Wohnen im/als Museum Schnittstellen von period rooms, privaten Einrichtungen und historisierende Wohnkulturen 13-14 Mai 2020 (auf Mai 2021 verschoben), Ort: Situation Kunst, Bochum

Period rooms sind stets auf der Schnittstelle zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit angesiedelt. Wie Penny Sparke in ihrer einschlägigen Studie zum „Modern Interior“ feststellt, gilt für Innenräume der Moderne nicht mehr die strikte Trennung zwischen „öffentlich“ und „privat“. Vielmehr charakterisiert gerade das fluide und instabile Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatsphäre den Umgang mit modernen Räumen und deren Einrichtung. In diesem volatilen Verhältnis spielt der period room eine entscheidende Rolle, denn durch das öffentliche Ausstellen ehemaliger privater Räume oder deren Überreste ist der period room genau am Übergang zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit angesiedelt. Diese Scharnierfunktion des period rooms ist zwar erkannt worden, bisher gibt es jedoch kaum Forschung darüber, wie sich die Beziehung zwischen period rooms und privaten Interieurs genau gestaltete. Der Workshop hat zum Ziel diese Forschungslücke zu füllen und Fragen, nach der Verbindung und den Schnittstellen von Dekoration, Einrichten und Museum Display zu erörtern.
Der Workshop wird organsiert in Kooperation mit dem Mariann-Steegmann-Institut Kunst&Gender/ Institut für Kunstwissenschaft-Filmwissenschaft-Kunstpädagogik der Universität Bremen


Laufende Projekte

Eigene Stelle (DFG): Seldschukische, byzantinische und kaukasische Bauten des 13. Jahrhunderts als Zeugnisse der Zusammenarbeit zwischen christlichen und muslimischen Künstlern

Nach der Schlacht von Manzikert (1071) zwischen Byzanz und den Großseldschuken ließen sich Türken in Anatolien, dem Kernland des byzantinischen Reiches, nieder und gründeten den Staat der Rum-Seldschuken sowie einige Fürstentümer. Die Bevölkerung bestand aus unterschiedlichen Ethnien (Türken, Griechen, Armenier, Georgier, usw.) mit verschiedenen Religionen (orthodoxe/ heterodoxe Christen und Muslime). Die toleranten Herrscher ermöglichten ihnen eine friedliche Koexistenz. Aus dem 13. Jh. sind im seldschukische Anatolien und in den christlichen Nachbarstaaten zahlreiche Architekturdenkmäler erhalten, die ähnliche strukturelle Lösungen (Mauerwerk, Gewölbe, Kuppeln, usw.), übereinstimmendes Vokabular in den Dekorationsformen, ähnliche handwerkliche Vorgehensweisen und einen gemeinsam entwickelten künstlerischen Geschmack aufweisen. Diese Phänomene können nur mit intensiven, Regionen übergreifenden kulturellen Kontakten, wechselseitigen Einflüssen und einer engen Zusammenarbeit christlicher und muslimischer Architekten und Handwerker erklärt werden. Das Projekt beschäftigt sich mit der islamischen und christlichen Architektur der Region und zielt darauf ab, die regionalen Synthesen und die Zusammenarbeit zwischen Künstlern mit unterschiedlichem Hintergrund im Rahmen einer vergleichenden kunsthistorischen Arbeit unter Einbeziehung der Monumente des 13. Jhs. sowie der schriftlichen Quellen und Bauinschriften detailliert darzustellen.
Internationaler Bezug: Armenien, Georgien, Türkei
Antragstellerin: Prof Dr. Neslihan Asutay-Effenberger


DFG-Projekt: Museale Architekturdörfer 1880 ‒ 1930. Kontaktzonen des Eigenen im transnationalen Austausch

Museale Architekturdörfer in den Jahrzehnten um 1900 waren monumentale Komplexe, welche die bisher unterrepräsentierte bauliche Kultur eines Landes oder einer Region ‚lebensecht‘ darstellen sollten. Derartige, insbesondere die Peripherie repräsentierenden Architekturmuseen wurden im Zusammenhang mit Landesausstellungen und der Gründung von Nationalmuseen dauerhaft in verschiedenen europäischen Ländern realisiert. Im Unterschied zur bisherigen Forschung fokussiert das Projekt die Doppelperspektive solcher Ensembles: Sie fungierten sowohl als kulturelle Selbstbestätigung nach innen wie auch als Adressierung des Eigenen nach außen. Untersucht werden vier, heute noch bestehende Ensembles: Turin (1884), Budapest (1896), Helsinki (1909), Barcelona (1929). Die populären, gleichwohl mit wissenschaftlicher Ambition und in Vernetzung in die entstehenden modernen Kulturdisziplinen hinein errichteten synthetischen Gebilde repräsentierten Bauten, die von der Modernisierung bedroht waren und / oder als kanonfähig verstanden wurden. Im Rahmen der dynamischen Ausstellungen bildeten sie Heterotope, die nicht im Widerspruch zur Moderne standen, sondern sich komplementär dazu verhielten: Durch die Konkurrenz, in der die Ausstellungen dieser Zeit zueinander standen, wurden die Peripherien der verschiedenen Länder gleichermaßen zu Verhandlungsräumen. Das Projekt untersucht erstmals die Eigenart dieser musealen Architekturensembles in Form einer transnationalen und transdisziplinären Verflechtungsgeschichte.
Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Jöchner; in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig

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DFG-Projekt: Period rooms. Museale Verhandlungsräume zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Ausstellen und Wohnen

Als im Museum re-installiertes Interieur ist der period room ein Hybrid, das zwischen privater Einrichtungs- und öffentlicher Ausstellungskultur vermittelt mit dem Ziel, einen historischen Stil, eine Epoche oder Region räumlich erlebbar zu machen. Im transnationalen Austausch mit Museen in Deutschland, der Schweiz und Skandinavien vor allem in den USA der 1920er und 30er-Jahre entstanden und dort bis heute als Displaystrategie eingesetzt, ist der period room Teil einer umfassenden visuellen Kultur, in der sich Diskurse zum Thema Wohnen, Geschichtsdarstellung, Nationenbildung und Geschlechterpolitik kreuzen. Das Projekt untersucht im ersten Teil die Entwicklung der period rooms in den USA und fragt nach den Geschichten und der Politik von period rooms zur Zeit ihrer Entstehung. Period rooms werden als Scharnier zwischen Historizität und Modernität adressiert sowie die Funktionen des period rooms zwischen Kuratieren und Dekorieren, zwischen privatem Wohnen und öffentlicher Wissensproduktion in den Blick genommen. Im zweiten Teil wird der zeitgenössische kuratorische und künstlerische Umgang mit dem period room am Beispiel von zwei Museen in USA und in Deutschland vergleichend untersucht. Ziel sind zwei Monographien: Aus dem ersten Teil soll ein enhanced E-Book, aus dem zweiten Teil eine Dissertation entstehen. Das Format des E-Book soll es ermöglichen, das heterogene Material einzubeziehen und die durch die geplanten Archivbesuche in den USA gewonnenen Quellen und die bereits online verfügbaren Archivdateien zugänglich zu machen. Die Ergebnisse sollen in zwei Workshops zu den Themen „Der period room als Schnittstelle von Wohnen und Ausstellen“ und „Der period room als Knotenpunkt transnationaler Museumsgeschichte“ diskutiert werden.
Projektleitung: Prof. Dr. Änne Söll


DFG-Projekt: Wallfahrtsarchitektur als Erfahrungsraum: Sakraltopographie und visuelle Präsentation von Gnadenstätten in der Frühen Neuzeit (Stiftskirche Heilig-Kreuz Polling; Schönenbergkirche Ellwangen)

Das Projekt fragt in zwei Fallstudien danach, wie ein ‚gnaden- und wunderreicher Ort‘ in seiner architektonischen Ausgestaltung medial lanciert wurde. Auf welche Weise wurden in liturgisch wie baulich komplexen Konstellationen architektonische Konzepte entwickelt, die kultisch praktikabel und zugleich als aussagekräftige Inszenierung wirksam waren? Inwiefern waren sie innovativ für die Gattung Wallfahrtskirche? Wodurch setzten sie auch darüber hinaus neue Standards in der Sakralarchitektur ihrer Zeit? Prägend war in beiden Fällen ein weitreichender Umbau, der eine bereits bestehende Wallfahrt jeweils neu ordnete und inszenierte: im Fall von Polling die ‚renovatio‘ einer spätgotischen Hallenkirche, die in der hinzugesetzten Ostanlage alle kultisch-liturgischen Funktionen neu bestimmte; im Fall des Schönenbergs das wörtliche Um-Bauen einer seit Jahrzehnten bestehenden Gnadenkapelle mit der ersten Kirche des Vorarlberger Münsterschemas. Diese Varianten des architektonischen „Umhüllens“ liegen im Zweck der Wallfahrt begründet und sollen als spezifische Präsentationsformen frühneuzeitlicher Gnadenorte und vor dem Hintergrund des frühneuzeitlichen Sakralbaus neu bewertet werden. In enger Verzahnung der Teilprojekte werden unter dem Begriff des ‚Erfahrungsraums‘ sowohl das kultische Handeln als Individuum, Gruppe oder Amtsträger als auch die Wahrnehmung der aufwendigen visuellen wie akustischen Angebote zusammengefasst und hinsichtlich ihrer jeweiligen architektonischen Fassung analysiert. Auf der Basis ergiebiger, aber kunsthistorisch kaum ausgewerteter Quellen wird untersucht, wie die Heilserwartung in Kult, Architektur und Bildmedien konzeptualisiert wurde. Ziel sind zwei Monographien, die über die Fallstudien hinaus eine Vielzahl verwandter Sakralbauten neu in den Blick nehmen.

Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Jöchner und PD Dr. Ulrich Fürst, LMU München; Mitverantwortliche: Dr. Yvonne Northemann

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DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ (2016-2021)

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg (Sprecher: Prof. Dr. Friedrich Balke, Medienwissenschaft) widmet sich den textuellen, audiovisuellen und digitalen Formen des Dokumentarischen und ihren medien-, literatur- und kunstgeschichtlichen Bedingungen. Damit weist es über die bisher in den Einzeldisziplinen verorteten, gattungsspezifischen Fragestellungen hinaus und erforscht das Dokumentarische in seinen übergreifenden epistemischen, technisch-politischen, subjektformierenden sowie sozialitätsstiftenden Dimensionen. Der Leitthese zufolge wird das Dokumentarische anhand der Operationen beschreibbar, die innerhalb unterschiedlicher Institutionen und Praktiken auf je spezifische Weise bild-, text- und tonmediale Elemente arrangieren, um so die Lesbarkeit, den Aussagewert, die Distributionslogiken und Machtwirkungen des Dokumentierten zu steuern.
Kunsthistorisch ist hierzu ein maßgeblicher Beitrag zu leisten. Schließlich bildet die Kunst nicht einfach einen Gegenpol zum anästhetischen Dokumentarischen. Vielmehr wurde das Dokumentarische schon in seiner Genese in den 1920/30er Jahren als ambivalentes, in die Kunst eingewandertes Phänomen verankert. Umgekehrt hat es in den letzten beiden Dekaden eine der grundlegenden kritischen Revisionen von Kunst entscheidend geprägt. Dieser documentary turn ist noch unzureichend erforscht gerade im Hinblick auf die künstlerischen Aneignungen genuin interdisziplinärer dokumentarischer Modi.
In der ersten und zweiten Kohorte des Graduiertenkollegs entstehen vier kunsthistorische Dissertationen, die sich mit protodokumentarischen Landschaftszeichnungen um 1800, mit zeitgenössischen Bewegtbild-Installationen, frühen fotografischen Handbüchern sowie mit Performancekunst und Dokumentation befassen (siehe Dissertationsprojekte). Sie werden von Jun. Prof. Dr. Annette Urban betreut, die als Mit-Antragstellerin die Kunstgeschichte im Graduiertenkolleg vertritt. Sie arbeitet derzeit an der Weiterentwicklung der Forschungsagenda im Zuge des Fortsetzungsantrags für eine zweite Förderphase (2021-2025) mit.


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Buchprojekt Kunst, Arbeit und Industrie

In seinem Manifest Kunst und Produktion stellte der Theoretiker der Produktionskunst Boris Arvatov 1926 fest, dass „die bürgerliche Kunstgeschichte noch heute, mit wenigen Ausnahmen, eine Geschichte der Künstler (der Heroen und Generäle der Ästhetik), nicht aber eine Geschichte der künstlerischen Verfahren, der künstlerischen Produktion“ sei. Die künstlerischen Verfahren sind Gegenstand dieses Projekts, das die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Produktion in der bildenden Kunst verfolgt und der künstlerischen Aneignung der industriellen Herstellungs- und Bearbeitungsverfahren nachgeht. Anstelle einer Motivgeschichte oder Ikonographie der Arbeit in der bildenden Kunst werden die industriellen Produktionsprozesse untersucht, die in den industriellen Zentren des 19. bis 21. Jahrhunderts in Europa und den USA aus den Fabriken und Werkstätten in die Kunst transferiert wurden. Als Analysekriterien greift das Projekt auf die von Gottfried Semper in seiner praktischen Ästhetik für Techniker, Künstler und Kunstfreunde während der Industrialisierung entwickelten Kategorien zurück: das Material, die Werkzeuge und Prozeduren. Deshalb werden zur Untersuchung auch Wirtschaftstheorien, Produktionshandbücher und Ingenieurwissen herangezogen, die zum theoretischen Kontext künstlerischer Arbeiten gehören, die sich mit der industriellen Produktion auseinandersetzen. Es gilt, nach den historischen, sozialen und politischen Bedingungen der künstlerischen Allianz mit der Industrie zu fragen, nach den Folgen der Industrialisierung für die Praxis und Theorie der bildenden Künste und nach dem im Zeitalter der (De)Industrialisierung neu ausgehandelten Stellenwert der künstlerischen Arbeit und Produktion. (Projektleitung: Dr. Kathrin Rottmann)


Lichtenberg-Professur: Kunstkritik und Krisenrhetorik - Modellfall Kunstschriftstellerei

Critique is co-originary with modern culture and a fundamental instrument of modern self-awareness. This is particularly true of art criticism: It equally deals with a viewer's sensory-reflexive encounter with an object as well as with himself/herself as the discerning and reflecting subject. The current state of research is diametrically opposed to the relevance of the phenomenon: The genesis, history and methods of art criticism have only been touched upon. The currently prevalent talk of a "crisis" in art criticism is lacking a thorough analysis of the genre and its purpose. Thus, the primary focus of the professorship which is realized in cooperation with the Leuphana University Lüneburg is the fundamental question of what exactly can be considered art criticism and how it can constitute itself. (Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Stephanie Marchal)

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Abgeschlossene Workshops und Projekte

Workshop Period rooms als Knotenpunkte kulturellen Transfers / Period rooms as hubs of cultural transfer

Prof. Dr. Änne Söll
Dr. Andrea Meyer (TU Berlin)

Der zweitägige Workshop befasst sich mit den Prozessen der Translozierung von Kulturgut, den lokalen und internationalen musealen Netzwerken sowie den aktuellen Aufgaben und Herausforderungen des Museumsbetriebs im Hinblick auf den period room. Die Entstehung und Etablierung des period room-Displays in europäischen und US-amerikanischen Museen wird als internationales Phänomen behandelt, das maßgeblich auf Ideenaustausch und dem Transfer von Objekten beruht. Über Provenienzfragen hinausgehend wird das period room-Display unter anderem anhand folgender Fragen untersucht: Welche Konzeption von kultureller Identität geht mit der Installation der Räume einher? Welche Konstruktionen vom „Eigenen“ und „Fremden“ werden darüber vermittelt? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den heutigen kuratorischen Umgang? Der Workshop ist Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Period rooms. Museale Verhandlungsräume zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Ausstellen und Wohnen“ an der Ruhr-Universität Bochum und wird von Änne Söll (Ruhr-Universität Bochum) und Andrea Meyer (TU Berlin) organisiert.

Datum: 22.-23. Mai 2019
Orte: Bochum, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, Campusmuseum (22.5.) und Bibliotheksraum Situation Kunst (für Max Imdahl) (23.5.).

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten: stefan.kraemer-b1c@rub.de


Workshop Industriefotografie

Prof. Dr. Änne Söll
Prof. Dr. Eva Ehninger, HU Berlin
Dr. Kathrin Rottmann

Die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zahlreich hergestellten Industriefotografien besitzen keinen institutionellen Ort, sondern befinden sich in Firmenarchiven, Nachlässen, Industrie- und Technikmuseen oder reproduziert in historischen Publikationen. Sie sind Speicher von Material- und Produktionswissen und wurden genutzt, um in werkseigenen Schriften oder illustrierten Magazinen die soziale und industrielle Organisation innerhalb der Fabriken anschaulich und die industriellen Produktionsprozesse öffentlich sichtbar zu machen. Doch eine „Photographie der Kruppwerke oder der A.E.G.“, so gab Walter Benjamin, Brecht zitierend, 1931 zu bedenken, „ergibt beinahe nichts über diese Institute. Die eigentliche Realität ist in die Funktionale gerutscht. Die Verdinglichung der menschlichen Beziehungen, also etwa die Fabrik, gibt die letzteren nicht mehr heraus. Es ist also tatsächlich etwas aufzubauen, etwas Künstliches, Gestelltes.“ Der Workshop, dessen Beiträge in den kritischen berichten veröffentlicht werden, widmet sich den in unterschiedlichen Kontexten produzierten und publizierten Fotografien, die von unbekannten Fotografen und Fotografinnen der Avantgarde angefertigt wurden, unentdeckt in Archiven überdauern, im Museum als Inbegriff moderner Fotografie präsentiert werden und in der Kunstgeschichte erst Beachtung fanden, als die Fabriken, in denen sie entstanden, bereits stillgelegt waren. Was wurde darin „Künstliches, Gestelltes“ aufgebaut? Wie ist angesichts von Rationalisierung und Maschinisierung der Produktion das Verhältnis von Hand- und Maschinenarbeit gestaltet? Und wie wurde im Medium Fotografie, dessen Bildträger längst industriell produziert wurden, industrielle Produktion thematisiert?

Datum: 28. Juni 2018
Ort: Bibliotheksraum, SKII, Bochum


DFG-Projekt: Bildliche Mythenrezeption im Mittelalter und der Epochendiskurs moderner Kunsthistoriographie

Absicht des Projekts ist es, ein zentrales Erklärungsmodell der modernen Kunsthistoriographie zur Antikenrezeption zu analysieren, auf seine Gültigkeit zu überprüfen und Alternativen zu diskutieren: das sogenannte Nachleben der antiken Götter im Mittelalter. Auf dem Prüfstein steht damit eine zentrale historiographische Denkfigur, die sich mit Nachlebenmodellen verknüpft: die diachrone Projektion sowohl der Wurzeln einer bestimmten Kultur als auch der radikalen Alterität auf eine spezifische historische Epoche. (Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Rehm)

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Internationale Tagung "Mittelalterliche Mythenrezeption"

≫Mittelalterliche Mythenrezeption. Paradigmen und Paradigmenwechsel≪ lautete das Thema einer wissenschaftlichen Tagung, die vom 2. bis zum 4. Juni 2016 an der Ruhr-Universität Bochum stattfand. Es ging um die Frage, wie, unter welchen Bedingungen und mit welchen Absichten Mythen der antiken Tradition, insbesondere der griechischen und der römischen Kultur, im Mittelalter rezipiert wurden.
Ziel der Tagung war es, diese Fragestellung über die Breite der Gattungen (Literatur,
Bildkünste) hinweg zu untersuchen und dementsprechend disziplinenübergreifend zu arbeiten. Dazu gehörte maßgeblich, zu untersuchen, welche Erkenntnisse sich aus den jeweiligen künstlerischen Produkten unterschiedlicher Art selbst und aus deren Entstehungskontext herleiten lassen. In der Zusammenschau der erreichten Ergebnisse war es zugleich das Ziel, für das Phänomen mittelalterlicher Mythenrezeption eine chronologische Binnenstrukturierung in den Blick zu nehmen, die es erlaubt, historisch relevante Phasen und Umbrüche zu definieren.
Das entsprechende methodische Spektrum, das sich mit unterschiedlichen Gewichtungen in den Beiträgen entfaltet, soll mit dem Paradigma-Begriff im Untertitel des nun vorgelegten Bandes umrissen werden.
Das Buch versteht die betreffenden mittelalterlichen Phänomene als selbstbewusste, absichtsvolle Kreationen.
(Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Rehm)


Buchprojekt: Ruhr-Universität Bochum – Architekturvision der Nachkriegsmoderne

1965 nahm die Ruhr-Universität Bochum den Lehrbetrieb auf – in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Architektur dieser ersten Universitätsgründung der Bundesrepublik ist programmatisch auf Bildungsreformen und -konzepte der 1960er Jahre bezogen und verortet sich zugleich in der internationalen Architekturentwicklung.
(Projektleitung: Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer, Prof. Dr. Cornelia Jöchner und Dr. Frank Schmitz)

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