Die Sammlung Moderne + + + Expanded _ PLUS + + + 26.11.2019 - 12.04.2020


Kunstsammlungen der RUB. Museum moderner und zeitgenössischer Kunst [auf dem Campus der RUB]
Wissenschaftliche Leiterin: Dr. Friederike Wappler

Ein großformatiges Gemälde und Farblithografien der Malerin Katharina Grosse, eine Fotografie des Times-Square in New York von Thomas Struth, die Siebdruckserie „Grace Kelly“ von Imi Knoebel, Druckgrafiken des US-amerikanischen Künstlers Sol LeWitt und eine Resopalgravur von Josef Albers ergänzen seit November 2019 Werkgruppen des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst der Kunstsammlungen der RUB. Dauerleihgaben des Landes NRW (der Stiftung „Kunst im Landesbesitz“) werden im Dialog mit Werken aus dem Bestand der hochkarätigen Sammlung gezeigt. Die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst mit Werken von Künstler*innen wie Josef Albers, Alberto Giacometti, Katharina Grosse, Candida Höfer, Robert Indiana, Donald Judd, Bruce Nauman, Richard Serra, Frank Stella, Gerhard Richter, Cy Twombly, Franz Erhard Walther u.a. wurde seit ihrer Gründung 1967 kontinuierlich ausgebaut. Veranschaulichen Schenkungen und Erwerbungen der 1970er- und 1980er-Jahre Tendenzen der gestisch-abstrakten und konstruktiv-konkreten Kunst der Nachkriegsmoderne, so repräsentieren Zugänge in den 1990er- und den beginnenden 2000er-Jahren, Arbeiten von Bruce Nauman, Donald Judd, Gerhard Richter, Christian Boltanski, Jochen Gerz, Bernd und Hilla Becher sowie ihrer Schüler*innen, westliche Kunst im Anschluss an die Minimal und Conceptual Art, an Pop Art und die neue Bedeutung von Fotografie seit den 1980er-Jahren. Ausstellungen mit Werken der Sammlung sowie Installationen und Interventionen zeitgenössischer Künstler*innen reflektierten und kommentierten die Sammlung seither auf unterschiedliche Weise. Schenkungen und Neuerwerbungen, insbesondere im Anschluss an Ausstellungen, haben die Kunstsammlungen der RUB in die Gegenwart fortgeschrieben. Objekte, Gemälde, Installationen, Fotografien und Videos von Franz Erhard Walther, Katharina Grosse, Mischa Kuball, Philipp Goldbach, Elisabeth Neudörfl, Susanne Weirich sowie Lars Breuer und Sebastian Freytag gingen in den Bestand ein; sie tragen zeitgenössische künstlerische und kunstwissenschaftliche Fragestellungen an die Sammlung heran, akzentuieren sie neu und rücken bestehende Werkbestände wieder ins Bewusstsein. Das gilt auch für die Dauerleihgaben des Landes. Sie schlagen den Bogen von der Nachkriegsmoderne bis zur Gegenwart, schärfen das Profil der Sammlung und machen deren Aktualität anschaulich sichtbar. Sie werden das Museum moderner und zeitgenössischer Kunst der Kunstsammlungen der RUB auch über die Ausstellung hinaus bereichern.

Weitere Infos zur Kunstsammlungen der RUB. Museum moderner und zeitgenössischer Kunst auf dem Campus:
www.kusa-rub-moderne.de


Studentische Ausstellung „VIDEO WORKS. Künstlerisches Arbeiten im Medium des bewegten Bildes“

29.01.2020-01.03.2020, KUBUS, Situation Kunst, Bochum-Weitmar
Projektleitung: Jun. Prof. Dr. Annette Urban, begleitet von Reinhard Buskies (Kunstverein Bochum)

Zum Semesterende eröffnet die von Studierenden kuratierte Gruppenausstellung VIDEO WORKS, die erstmalig junge Videokunst im KUBUS von Situation Kunst präsentiert. Sie ist Ergebnis des zweisemestrigen Projektseminars VIDEO CUBE unter der Leitung von Jun. Prof. Dr. Annette Urban und Reinhard Buskies. Zugleich setzt sie die Reihe studentischer Ausstellungen des Kunstgeschichtlichen Instituts im KUBUS fort, die im Januar 2019 mit „Günter Fruhtrunk“ gestartet ist.
VIDEO WORKS fragt nach den heutigen Formen künstlerischen Arbeitens im Medium des bewegten Bildes und versammelt hierzu sechszehn Beiträge sowohl bereits etablierter Videokünstler*innen der jüngeren Generation als auch internationaler Absolvent*innen renommierter Kunsthochschulen. Die ausgewählten Werke reflektieren nicht zuletzt den Wandel durch die digitale Hybridisierung von Video und Film: Schließlich ermöglichen Smartphone-Kameras und Online-Video-Plattformen jedem/r, jederzeit Filme zu produzieren, sie selbst zu veröffentlichen bzw. sofort zu teilen. Eine solche enthierarchisierte instantane digitale Massenkultur prägt ganz eigene Formate, Bildästhetiken und Adressierungen des Publikums aus, indem etwa Tutorials mit DIY-Produktion verschränkt werden. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund künstlerisch im Medium des bewegten Bildes arbeiten? Agieren Medienkünstler*innen wie schon in den 1960/70er Jahren ähnlich wie Medienamateure und bilden zugleich konsumeristische und widerständige Praktiken aus? Wo wird die Bildproduktion automatisiert, sei es durch surrealistisch vorgeprägte kollaborative Kreation oder durch das posthumane Arbeiten von Algorithmen? Welche Rolle spielen Wechselwirkungen zwischen künstlerischem und nicht-künstlerischem Arbeiten, die oft beide der Maxime von Kreativität und neoliberalem Selbstunternehmertum unterstehen? Und was hat der Arbeitsplatz des ,Geistesarbeitersʻ mit dem Studio zeitgenössischer Künstler*innen gemein, in dem die Ausübung handwerklicher Fertigkeiten längst nicht mehr zentral ist?
Exemplarisch führt VIDEO WORKS das Spektrum künstlerischen Arbeiten mit/an neuen Medien auch anhand vielfältiger Werkformen vor: Sie reichen von bildmächtigen Beamerprojektionen über skulpturale Würfelmonitore bis hin zu interaktiven Tablets, Monitorinstallationen, Livestream Performances und Youtube-Adaptionen.
Beteiligte Künstler*innen:
Jan Bot (Pablo Núñez Palma), Ulu Braun,Nadja Buttendorf, Caitlin Craggs, Bastian Hoffmann, Ida Kammerloch, Ji Su Kang Gatto, Maryna Makarenko, Cornelius Mücke, Stefan & Benjamin Ramirez-Perez, Meike Redeker, Johanna Reich, Deniz Saridas, Walter Solon, Anna Westphal, Ina Wudtke


Ausstellungsprojekt Forschendes Lernen: Günter Fruhtrunk im Ausstellungslabor des Kunstgeschichtlichen Instituts

Jun.-Prof. Dr. Stephanie Marchal
Dr. Kathrin Rottmann

Dauer: Sommersemester 2018 – Wintersemester 2018/19

Die Arbeiten Günter Fruhtrunks, der 1968 an der documenta IV und der Biennale von Venedig teilnahm, architekturgebundene Arbeiten – darunter das Farbleitsystem der Ruhr-Universität – (mit)entwickelte, den Entwurf der Aldi-Tüte lieferte und im Auftrag der Bundesregierung den Quiet Room im UNO-Hauptquartier gestaltete, scheinen fester Bestandteil der Kunstwelt der BRD der 1960er und 70er Jahre gewesen zu sein. In der Nachkriegszeit versprachen sie aufgrund ihrer Ungegenständlichkeit und den in der Kunstgeschichte und Kunstkritik anhand der Ästhetik der Arbeiten geführten Debatten über die Bedingungen des Sehens die Überwindung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Die Bilder forderten die Betrachter physisch heraus, indem sie mit charakteristischen Streifen in schwarz und grellen Farben das Sehen strapazierten. Seit den 1980er Jahren jedoch, als die „Neuen Wilden“ mit „heftiger Malerei“ gegen die geometrische Abstraktion, Konzeptkunst und Minimal Art anmalten, scheinen die strengen Kompositionen, die jeglichen malerischen Gestus vermeiden, an Interesse verloren zu haben und wurden erst in jüngster Zeit wieder ausgestellt und mit Werkverzeichnissen erschlossen. Im Rahmen des Seminars entwickeln die Studierenden ein Ausstellungskonzept, um Fruhtrunks in den Kunstsammlungen der RUB vorhandene Arbeiten (kunst)historisch, politisch und wirtschaftlich zu kontextualisieren. Dabei soll auch reflektiert werden, wie Wissensproduktion im Museum gestaltet und Forschung in der Ausstellung, die im Januar 2019 im Kubus der Situation Kunst eröffnet werden soll, visualisiert werden kann.