Raumbild und Bildraum |
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Überdies erweitert sich das motivische Spektrum seines Schaffens: Neben den Einzel- und Gruppenporträts, welche Einblick in private Bereiche gewähren, entsteht seit 1989 die mittlerweile relativ umfangreiche Werkgruppe der Museumsbilder. Mit dieser Serie "kehrt er in den öffentlichen Raum zurück, der in der Stadtarchitektur die Umwelt des Menschen repräsentiert hatte, und bezieht jetzt die Menschen ein."[Anm. 6] Gewiß definiert sich das Museum aufgrund seiner vorrangigen Funktion, Kulturgüter zu konservieren und zu zeigen, als ein allgemein zugänglicher Ort, der andererseits die Exponate jedoch gleichzeitig hermetisch von der Umgebung absondert. Dies sind die Eigenschaften, die sich sowohl in der Raumgestaltung niederschlagen, als auch im Verhalten der Benutzer gespiegelt finden. Unter Berücksichtigung dieser speziellen Konstellation gehen Struths Museumsphotographien über die bloße Ansicht kunstbesetzter Innenräume hinaus. So werden keine simplen Schnappschüsse aus bedeutenden westeuropäischen und amerikanischen Gemäldesammlungen, keine Bilddokumente von touristisch profanierten Sakralräumen geboten, vielmehr thematisiert der Künstler das Verhältnis zwischen den Ausstellungs- bzw. Kirchenbesuchern und der jeweiligen musealen Situation. Er untersucht - im doppelten Wortsinn - die Haltung des Publikums vor den Meisterwerken der Malerei, die Wahrnehmung des Raumes durch sie und uns, die Betrachter dieser Photographien.
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Anmerkungen: |
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