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  Kunstgeschichtliches Institut Bochum

 

Axel Hüttes Architekturphotographie oder Architektur der Photographie

Auszüge aus dem Katalogbeitrag von:
Roman Ronald Gerhold

 

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Die Architekturphotographien von Axel Hütte zeigen öffentlich zugängliche, städtische Orte; sie kommen allerdings nie den Déjà-vu-Effekt evozierenden Klischeebildern von Großstädten nahe. Anstelle von imposanten Wahrzeichen oder prominenten repräsentativen Bauten, die einer Stadtbiographie den Charakter des Authentischen verleihen, photographiert er unaufdringliche Bilder gewöhnlicher Wohn- und Arbeitsstätten, urbaner Alltagsorte also, wie man sie in jeder westlichen Großstadt vorfindet. Mit ihrer Architektur vertraut werden nur die tagtäglich sich in ihnen bewegenden Menschen sein, deren Wahrnehmung der Gebäude jedoch meist auf deren bloße Nutzung reduziert ist. Anonym und unspektakulär wirken Hüttes konsequent menschenleere Straßenbilder, die Innen- und Außenansichten moderner Wohnkomplexe, die Firmengelände oder U-Bahnhöfe, da sie zumeist nur wenig überschaubar im Anschnitt wiedergegeben und nie repräsentativ in den Mittelpunkt des Bildes gerückt sind.

So läßt sich auch bei genauerer Betrachtung und trotz der für Architekturphotographien üblichen ortskennzeichnenden Titel, trotz bildinterner Hinweisschilder, Namen von Häuserblocks oder Verkehrszeichen ihre Identität häufig nur sehr schwer erschließen. Veit Loers erklärt diese Schwierigkeit mit einer "topographische[n] Unschärfe"[Anm. 1], durch die Hütte dem Betrachter seinen subjektiven Blick anvertraut.

Berlin
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Axel Hüttes Stadtbühnen sind leer, erzählen nichts. Auch die ungemütlich und kalt wirkenden Außenansichten von Londoner Hauseingangsbereichen aus dem Jahr 1990 zeigen nur, daß sie - wie Hütte selbst bemerkt - lediglich "im weitesten Sinne mit Zeit zu tun haben, insofern sie das Gefühl vermitteln, die Zeit sei zusammen mit den Aktivitäten des Lebens zum Stillstand gekommen und der Ort verlassen worden, ohne zu ahnen, wann und wie lange schon".[Anm. 2]

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